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Torbjörn Kartes

Torbjörn Kartes ist direkt in den Bundestag gewählt, mit 32,2% herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg
Torbjörn Kartes


Neuigkeiten
13.08.2009, 12:50 Uhr Übersicht | Drucken
Vor der Bundestagswahl: Prinzip Bodenhaftung
„Titelverteidiger" Norbert Schindler aus Bobenheim am Berg im Rheinpfalz-Porträt

Diese Fälle sind eindeutig: Trifft ein Fußballer in der Bundesliga in fast jedem Spiel das Tor, huldigen die Fans dem Torjäger. Läuft ein Sprinter die 100-Meter-Strecke unter zehn Sekunden, zählt er zur Weltspitze. Weniger eindeutig ist das in der Politik. Wann ist ein Abgeordneter gut? Tore und Sekunden sind messbare, also objektive Kriterien. Für Sportler. Mit welcher Maßeinheit aber werden Politiker bewertet? Manche sagen, Wählerzustimmung ist die Währung, mit der in der Politik abgerechnet wird.


Seit 1994 im Bundestag: CDU-Urgestein Norbert Schindler
 

Der CDU-Mann Norbert Schindler repräsentiert den Wahlkreis Neustadt-Speyer seit 1994 im Deutschen Bundestag. Viermal hat er den Wahlkreis direkt gewonnen. Ist er deshalb ein guter Politiker?

Teilen wir die Abgeordneten in drei Kategorien ein: Jene, die das große Rad in Schwung bringen, jene, die an kleinen Rädern drehen und jene, die gar kein Rad bewegen können. Norbert Schindler ist einer, der an kleinen Rädern dreht.

Der Landwirt und Winzer ist eher Fach- denn Machtpolitiker. Er ist Ordentliches Mitglied im Finanzausschuss des Bundestags und Stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Da beackert er die Themen des Tages. Die großen Entwürfe und die langen Linien zeichnen andere.

Wahrgenommen wird der 59-Jährige als Interessensvertreter für die Landwirtschaft - wenngleich er sich gegen diesen Eindruck zu wehren versucht: „80 Prozent meiner Zeit im Bundestag verbringe ich mit den ,Finanzern"", sagt er, und meint seine Kollegen im Finanzausschuss.

Wie agiert dort einer, dem die Hochfinanz nicht in die Wiege gelegt wurde? Mit dem „gesunden Menschenverstand eines Bauern", sagt Schindler. Dazu passt folgende Anekdote, die einiges über den Volksvertreter aussagt: Als sich die weltweite Finanzkrise zuzuspitzen begann und die Hypo-Real-Estate durch ihre irische Tochter Depfa abzustürzen drohte, wurde der Finanzausschuss tätig. Einige Mitglieder reisten nach Dublin. Sie wollten sich aus erster Hand informieren lassen. Schindler stellte viele Fragen an den Bänker. Der Fragerei offenbar überdrüssig geworden, entfuhr es diesem: „Herr Abgeordneter, Sie sind doch Bauer." Kunstpause. Da wurde Schindler sauer und keilte zurück: „Bu, pass bloß uff ...!"

„Bu, pass bloß uff ...!" - so kann er sein, der Norbert Schindler: ziemlich ungeschminkt. Später wird er zu dieser Geschichte noch sagen: Er habe zwölf Jahre Messdienerei und acht Jahre Volksschule hinter sich gebracht - „da bin ich frank und frei, die blödesten Fragen zu stellen". Er müsse die Vorgänge verstehen, um sie „in Großkarlbach" erklären und vertreten zu können. Bodenhaftung als Prinzip - auch bei der Mandatsausübung.

Schindler dreht am kleinen Rad, manchmal ziemlich schnell. Er ist keiner, der sich an der eigenen Partei reibt, um sich zu profilieren, bekannt und interessant zu machen. Manchmal aber stellt er sich quer. Dann ergreift er in der eigenen Fraktion gegen zuvor ausgehandelte Beschlüsse der „Großkopferten" das Wort. Das war zum Beispiel bei der Biokraftstoffquote so. Da haben seine Interventionen eine lange Fraktionsdebatte ausgelöst, mit Anflügen von Krach. Einer hat ihn mal als „Quartalsirren" bezeichnet. Das klingt böse, war aber anders gemeint. Er wollte damit ausdrücken: Nicht oft, aber gelegentlich kämpfe Schindler für seine Überzeugung in seinem Fachgebiet, unbeugsam und ungeschminkt, auch gegen die eigenen Leute. Fast regelmäßig lehnt er im Bundestag entgegen der Fraktionslinie den Bundeswehreinsatz in Afghanistan ab.

Biokraftstoffe, Agrardiesel, Branntweinmonopol und natürlich die Steuern - das waren die Themen, mit denen sich Schindler in seinen 15 gehaltenen oder zu Protokoll gegebenen Bundestagsreden in der 16. Wahlperiode beschäftigt hat. Keine Reden, die den Tag überdauern, aber welche, die den Tag nah an der Lebenswirklichkeit seiner Klientel gestalten sollen.
 



13.08.2009, 12:56 Uhr


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